Willkommen zu deiner kreativen Reise in die Floristik!
In der modernen Floristik wird oft übersehen, dass Technik allein keine Aussagekraft hat. Zu schnell verliert sich der Fokus auf das, was wirklich zählt: die Fähigkeit, Emotionen zu
gestalten, nicht nur Dekorationen. (Und ja, das ist ein Unterschied.) Was wir vermitteln, ist nicht nur handwerkliches Können, sondern ein feineres Gespür für Proportion, Kontext
und Wirkung. Wer einmal verstanden hat, wie Blumen Räume und Stimmungen prägen können – wirklich prägen – sieht plötzlich alles mit anderen Augen.
In den ersten Wochen lernen die Teilnehmer die grundlegenden Techniken des Blumenbindens – wie man Stiele präpariert, Draht wickelt und einfache Sträuße gestaltet, die überraschend
viel über Symmetrie und Balance lehren. Manche merken dabei, dass sie eine Vorliebe für bestimmte Blumen entwickeln, etwa für die leicht widerspenstigen Ranunkeln oder die fast zu
perfekten Gerbera. Dann kommt der Moment, wo das Farbverständnis auf die Probe gestellt wird. Ein Workshop widmet sich ausschließlich der Wirkung von Kontrasten – was passiert, wenn
man zu viel Gelb mit Blau kombiniert? Es wird diskutiert, ob Pastelltöne tatsächlich immer „harmonisch“ sind oder ob nicht manchmal ein gezielter Bruch spannender wirkt. Im Atelier
liegen oft verstreut Blütenblätter und der Duft von Eukalyptus hängt in der Luft. Während einer Übung zur Hochzeitsfloristik entstehen leise Streitgespräche: Ist ein asymmetrischer
Brautstrauß mutig oder einfach nur chaotisch? Ein Teilnehmer erzählt, dass er einmal 90 Rosen für einen Kunden in exakt derselben Höhe schneiden musste. Später geht es um
Installationstechniken – Blumenwände, hängende Arrangements, sogar florale Skulpturen. Es wird improvisiert, auch mal geflucht, wenn das Drahtgeflecht nicht hält. Eine Teilnehmerin
probiert aus, ob getrocknete Disteln mit rosa Nelken funktionieren, ohne dass jemand den Zusammenhang erklären kann. Zum Schluss steht die Gestaltung eines eigenen Projekts im
Fokus. Manche schaffen komplizierte Konstruktionen mit exotischen Pflanzen, andere halten es schlicht, fast minimalistisch. Was bleibt, ist ein Bewusstsein, wie viel Arbeit hinter
einem scheinbar mühelosen Arrangement steckt – und der Wunsch, noch mehr zu experimentieren.